Jubiläum am 5. November 2017

Dass dann die Zuhörer auch noch etwas zum Schmunzeln hatten, dafür sorgten in dem wohlüberlegten Programm zwei „musikalische“ Vögelchen – ein Kuckuck mit dem „Cappriccietto sopr il cucu“ und eine Nachtigall mit ihrer „Aria bizzarra del Rossignolo“ – um den witzigen Höhepunkt des Nachmittags vorweg zu nehmen.

Um diese beiden Miniaturen gruppierten sich Choralvorspiele von Johann Sebastian Bach, eigene Bearbeitungen der beiden Solisten, aus Kantaten des Thomaskantors, bei denen der Cantus firmus, also die Choralmelodie, jeweils von der Trompete gespielt wurden sowie das „große“ Präludium und Fuge in c-moll (BWV 549), bei dem Geffert im Pedalsolo sehr trefflich das seit 1768 ergänzte Pedal mit seinen 2 Registern erklingen lassen konnte.

Dass sich die in ihrer Größe nicht allzu umfangreiche Orgel so vorstellte, ist Johannes Geffert zu danken, bei dem jeder hören konnte, dass er seine Musik selber genießen kann: er fand immer wieder neue, geradezu zauberhafte Klangfarben mit den drei gedeckten Flöten und der historischen Gamba, kombinierte das mit den Principalen, bis hin zum vollen Plenum der Orgel: so können nur echte barocke Orgeln klingen!

Peter Scheerer erwies sich als sicherer Solist, dessen Spiel mit der Orgel harmonierte. Denn zu Recht ist „Orgel und Trompete“ seit seiner Entdeckung durch Maurice André in den 1960igern beliebt. Auch diesmal wurden mit den Sonaten von Godfrey Keller und Guiseppe Torelli, mit der bekannten Sinfonia von Marc Antoine Charpentier und dem wohl bekanntesten Trumpet Voluntary von Henry Purcell eine wunderbare Musik ausgebreitet. Zum Schluss konnten dann sogar alle in den Jubel mit dem Choral „Nun danket alle Gott“ einstimmen.

Nach einem abwechslungsreichen musikalischen Nachmittag mit zwei begnadeten Musikern dankten die Zuhörer mit reichlich Applaus von ganzem Herzen!