Konzert am 7. Mai 2017 Nachlese

Zum 2. Jahreskonzert 2017 in der erfolgreich aufgelegten Reihe „Orgelkultur Sonntags um 5“ hatte die Pfarrgemeinde St. Martinus zu einem Konzert für Orgel und Violine anlässlich des 300. Geburtstages von Christian Ludwig König am 07. Mai 2017 nach Swisttal-Ollheim eingeladen.

Als Ergebnis einer bereits seit längerem währenden Vorbereitungszeit war es gelungen, Frau Jetty Podt und Cecilia van Berkum als Solistinnen zu gewinnen. Frau Podt ist Organistin an der König-Orgel der St. Stevenskerk in Nijmegen und dort auch Stadtorganistin. Ihre Tochter Cecilia, 19 Jahre jung, ist Studentin an der Musikhochschule von Utrecht.

Im Rahmen der Konzertvorbereitungen, die u.a. auch in Nijmegen geführt worden waren, hatte Frau Podt die Vorstellung entwickelt, das Musikstück „Spiegel im Spiegel“ für Klavier und Violine (i. d. Bearbeitung f. Orgel) von Arvo Pärt zur Aufführung zu bringen und ins Zentrum der Konzert-Dramaturgie zu stellen. Diese Überlegung wiederum gab Anlass, den gesamtkulturellen Anspruch, unter dem diese Konzertreihe firmiert, durch den Einbau von Lyrik-Passagen umzusetzen. Als profunde Kennerin und Rezitatorin konnte Frau Dr. Dorothee v. Hoerschelmann, Schulleiterin am Bonner Helmholtz-Gymnasium gewonnen werden, als „männliches Pendant“ und weiteren Rezitator Herr Christoph Nachtigäller, bereits anlässlich des Dreikönigs-Konzerts vom 10.01.2016 bekannt.

Der Bitte um Begrüßung waren für die Gemeinde Swisttal der 1.Stv. Bürgermeister, Dr. Robert Datzer und als Schirmherrin Ilka Frfr. v. Boeselager MdL von Herzen gern nachgekommen.

WDR 3 hatte im Vorfeld, anlässlich von 300. Geburtstag und Konzert, am 05. Mai, der taggenauen Wiederkehr des Geburtstages, in seiner TonArt um 17.00 h König-Orgeln und ihre Charakteristika vorgestellt. Es wurde deutlich, dass den König-Orgeln unabhängig von ihrer Größe und Registerzahl eine einmalige Koloratur in der Stimmfarbigkeit zueigen ist. Es kommen Stilmerkmale des süddeutschen Raumes, der rheinischen Orgelbauer und der an französischen Merkmalen orientierten Orgelbauer zum Tragen und prägen ihren Ausdruck. Regionalkantor Bernhard Blitsch ebenso wie Frau Podt oder auch Herr Schröder, König-Orgel in der Schlosskirche in Schleiden, hoben in dem Gespräch mit Herrn Ritterstaedt darauf ab, dass König-Orgeln weich intoniert seien, dass ihnen Elemente einer ganzen Fülle von Farben innewohnten, die zu heben dann auch den Reiz ausmachten, der in der Begegnung mit diesen Orgeln enthalten sei.

In den entsprechenden Vorberichten von Kirchenzeitung und Regionalpresse wurde übereinstimmend deutlich, dass es eine kleine Sensation sei, ein weiteres Mal derart hoch interessante und äußerst versierte Interpreten für Ollheim und die exzellent restaurierte König-Orgel zu gewinnen.

In seiner Reihe „Gespräch am Wochenende“ hatte der General-Anzeiger ein vorbereitendes Interview mit Frau Jetty Podt über die Faszination der König-Orgeln und ihr Konzert in Ollheim geführt. In seinem Artikel vom 06. Mai 2017, Regionalteil Voreifel S. 27, mit der Überschrift „Wie in einer Familie“ hatte Herr Edgar Auth einleitend festgehalten, dass „die Musikfreunde am 07. Mai 17 Uhr ein außergewöhnliches Konzert auf der berühmten König-Orgel in Ollheim“ erwarte. Frau Podt führte dort u.a. aus, dass der Musik etwas Unendliches, ein Stück Ewigkeit anhafte. Zu ‚ihrer‘ Nijmegener und der Ollheimer König-Orgel merkte Frau Podt an, dass es wie die „Mitglieder einer Familie sei, man erkenne zwar ähnliches, aber man sehe doch eine andere Person“. Und weiter zur Berühmtheit der Ollheimer Orgel und der Akustik in der Kirche: Die Schönheit einer Orgel, ihre Funktionsweise und die Akustik hingen zusammen, da „kann man sich wie im Himmel wähnen“. Und das sei in Ollheim auch so.

Angesprochen auf das Zusammenspiel mit ihrer Tochter Cecilia kam zutage, dass es sich bei dem Ollheimer Konzert um das erste gemeinsame Konzert handelte. Somit in Ollheim eine echte Premiere. Und das Zusammenspiel charakterisierte Frau Podt als eine Form von „Gleichseligkeit, gleiche Seelen. Das ist so nah. Das ist sehr schön. Es rührt mich tief. Zwischen meinem Ehemann und meiner Tochter ist das genauso.“

Abschließend zur Ollheimer Orgel: Die Orgel passe gut in die Kirche, weil sie nicht so groß sei und so den Raum gut ausfülle und wörtlich: „Dass die Ollheimer stolz sein können, dass es so ein Instrument in ihrem Ort gibt. Viele König-Orgeln sind im Krieg verschwunden. Es gibt fast keine Originale mehr. Dies hier ist ziemlich originär. Man sieht, dass sie in gutem Zustand ist und dass das alles den Leuten hier gehört. Das ist ihre Geschichte. Und hohe Kunst.“

Anstelle eines eigenen Berichts: „Konzert zu Ehren des Orgelbauers. Jetty Podt und Cecilia van Berkum begeistern in der Kirche Sankt Martinus“ von Frau Gerda Saxler-Schmidt – General-Anzeiger

Swisttal-Ollheim. Am 5 Mai 1717 wurde in Bad Münstereifel Christian Ludwig König geboren, renommierter Orgelbauer des Barock.

Fast auf den Tag genau 300 Jahre später erklang die von ihm 1767/68 für das damalige Kloster Schillingscapellen erbaute Orgel in der Ollheimer Kirche Sankt Martinus zu einem besonderen Konzert für Orgel und Violine. Es spielten die Solistinnen Jetty Podt, Komponistin, Stadtorganistin von Nijmegen und Organistin an der größten gut erhaltenen Orgel des Erbauers Christian Ludwig König in der dortigen Stevenskerk, und ihre Tochter Cecilia van Berkum, 19-jährige Violinistin, die an der Musikhochschule Utrecht Geige studiert.

Das Orgel-Violin-Konzert zum König-Jubiläum war „aufgebaut wie gespiegelt, rund um das zentrale Musikstück von Arvo Pärt ‚Spiegel im Spiegel‘ “, so Jetty Podt. Thematisch abgestimmt, rezitierten Dorothee von Hoerschelmann und Christoph Nachtigäller Lyrik von Stefan George „Der Spiegel“ und Rainer Maria Rilke „Spiegelungen“. Den Auftakt machte das Prelude „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier, gefolgt von Stücken unter anderem von Carl Philipp Emanuel Bach, Toon Hagen, Bert Matter, Georg Friedrich Händel und Dieterich Buxtehude, bevor „Wunderschön prächtige“ mit Solisten, Rezitatoren und Gesamtgemeinde den Abschluss bildete.

Fotos A. Schulte

Heiner Meurs, Initiator der Konzertreihe „Orgelkultur Sonntags um 5“ und Kirchenvorstand begrüßte die rund 150 Zuhörer (Eigenkorrektur aufgrund der Füllgrades der Kirche: ca. 200) zu diesem zweiten Jahreskonzert der Reihe, darunter Swisttals Vizebürgermeister Robert Datzer, die Landtagsabgeordnete und Schirmherrin Ilka von Boeselager und Hans-Wolfgang Theobald, unter dessen Leitung die historische König-Orgel von Sankt Martinus restauriert worden.

Datzer bezeichnete die Orgel-Konzertreihe als wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in der Gemeinde Swisttal. Ilka von Boeselager erinnerte an die Historie der Orgel, die ursprünglich im Kloster Schillingscapellen gestanden hatte und ‚auf wundersame Weise‘ nach Ollheim gekommen war.“(GA 09. Mai 2017, Voreifel S. 20)

Zum Schluss der Ausblick:

05. November 2017 Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des Doppeljubiläums – 100 Jahre Kirchweih und 950 Jahre Ersterwähnung.

10.30 h Feierliche Eröffnung mit Gefallenenehrung am Ehrenmal; 11.00 h Festmesse in der Pfarrkirche; 12.30 h Ausgabe der Festschrift und Mittagessen in Pfarrhof und Pfarrscheune; 15.00 h Jubiläumskonzert mit Prof. Johannes Geffert, König-Orgel und Peter Scheerer, Trompete; 17.00 Kölsch-Rock Band SIBBESCHUSS in Pfarrhof und Pfarrscheune. Heiner Meurs