Konzert am 11. November 2018

250 Jahre Ollheimer Königorgel – Jubiläumskonzert am 11. 11. mit Domorganist und Domkantor zusammen mit dem Mädchenchor am Kölner Dom

Abb. 1 Der Mittelturm der Orgel von 1768 mit Orginal-Prospektpfeifen, -Barockengel und –Schleierbrettern (Foto: V. Blumrich, LVR-ADR)

In den 60er Jahren des 18. Jhdts. hatten sich mancherlei Geschehnisse von Bedeutung ereignet: 1761 hatte Clemens August Ferdinand Maria Hyazinth, Herzog von Bayern, seines Zeichens Kurfürst und Erzbischof von Köln, in Erfüllung seiner 61 Jahre währenden irdischen Pilgerschaft den himmlischen Frieden gefunden; war Reichsgraf Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels in den Stand des Erzbischöflichen Kurfürsten zu Köln erhoben worden; hatte dieser Kurfürst in seiner unermesslichen Güte und Weisheit den Grafen Belderbusch zu seinem Ministerpräsidenten ernannt, der im Jahre 1768 den Grundstein zum Schloss Miel legen ließ; war im Jahre 1763 im Osten und sogar jenseits des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation am Ende eines sieben Jahre währenden Krieges eine neue Hegemonialmacht entstanden; oh welche Zeiten! – da wurde im Jahre des Herrn 1767 im Stift Schillingscapellen die hoch geschätzte Nonne Maria Lambertina Freifrau von Brackel zu Breitmar zur neuen Äbtissin gewählt. Anlässlich dieser Wahl stiftete ihre Familie eine Orgel und beauftragte entsprechend Christian Ludwig König (1717-1789), den prominentesten unter den damaligen Orgelbaukünstlern im Rheinland.

Abb. 2 Blick auf die Wand mit der Fensteranlage, dem wahrscheinlichen Orgelstandort zwischen niedergelegtem Mittelschiff, (Rasenfläche vorn mit den beiden erhaltenen Pfeileransätzen) und der (dahinter befindlichen) Nonnenempore

Wohnhaft in der Hohen Domstadt „Unter Wappensticker“ (heute Teil der Hohe Straße), hatte er bereits Orgeln von hohem Anspruch erbaut. Seinem exzellenten Ruf wurde er auch hier wieder gerecht; denn er konstruierte ein Instrument mit seitlich angeordnetem Spieltisch und positionierte es im Jahre 1768 vorn auf der Empore. So konnte der Klang der Orgel sowohl den Gesang der Augustinerchorfrauen auf der Nonnenempore als auch den des wallfahrenden Gottesvolkes im Kirchenschiff begleiten. Denn zum Stift gehörte die Wallfahrtskirche (Abb. 2 und 3) mit dem Standbild der „Rosa Mystica“. Auf Geheiß Napoleons wurde dieses Nonnenstift ebenso aufgelöst wie so viele andere Klöster. Die „Rosa Mystica“ fand in ihrem weiteren Schicksal auf wundersame Weise nach Buschhoven, ähnlich wundersam fand die Orgel ihren Weg nach Ollheim. Die Zeit der Kurfürsten ist ebenso Geschichte wie die Preußens und – das Schloss zu Miel beherbergt einen Golfclub. Die Orgel aber hat bis heute Bestand. Von den Revolutionstruppen, diesen Gottlosen!, noch als mediokre = leidlich abqualifiziert wird sie in der Pfarrkirche St. Martinus „in hohen Ehren gehalten, vermag ihr Klang den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“ (SC Vaticanum II.)

Abb. 3 Grundriss der ehemaligen Wallfahrtskirche (Fotos: A. Schulte, Ollheim)

Zu wesentlichen Teilen restauriert, in anderen Teilen an den Ursprungszustand herangeführt und in wiederum anderen Teilen erneuert weist sie einen solch hohen Originalzustand auf, dass eine Jubiläumsfeier angesagt ist. Hierzu lädt die Pfarrgemeinde anlässlich ihres Patronatsfestes am Sonntag, den 11. November 2018, 17.00 h herzlich ein. Zu diesem Anlass kommen Mitglieder der DomMusik am Hohen Dom zu Köln nach Swisttal-Ollheim und geben ein Jubiläumskonzert: der Mädchenchor am Hohen Dom, Leitung: Domkantor Oliver Sperling, Domorganist, Prof. Dr. Winfried Bönig. Als Vertreter des Erzbistums: Domkapitular Dr. Dominik Meiering. Heiner Meurs